«Als Unternehmer weiss man um die fundamentalen Veränderungen von neuen Technologien. Es ist aber schwierig, die konkreten Auswirkungen für das Unternehmen selbst zu erkennen.»

Architektur unterstützt bis anhin das Ziel einer Unternehmung, mit zweckmässigen Lösungen den richtigen Weg hin zu einem definierten Zielbild einzuschlagen. Es dient dabei der Planungssicherheit bei der Entwicklung neuer Anwendungssystemen. Die Entwicklung von Lösungen basieren heute so letztendlich auf relevante Architekturentscheide, welche entlang der Strategieumsetzung des Unternehmens anfallen. Die Definition von Architekturprinzipien und das Herausschälen der wichtigsten Architekturmerkmale im Zielbild sind für diese Entscheide wichtige Orientierungspunkte. Im Prozess der Architekturentwicklung sind dabei die Kommunikations- und die Diskussionsbereitschaft hin zu einer Lösung wohl der wertvollste Beitrag.

Die Architektur mit den dazu gehörigen unterschiedlichen Gestaltungsobjekten sind im Lebens-Zyklus sinnvoll zu managen. So versuchen heute Unternehmen, die unterschiedlichen Artefakten, herausgeschält aus den unterschiedlichen Perspektiven einer Architektur, und das Zusammenwirken derer Gestaltungsobjekte und den unzähligen Modellen, festzuhalten respektive zu dokumentieren. 

«Die Hauptziele für der Architektur ist die Werterhaltung der Systeme als Wertebeitrag für den Erfolg des Unternehmens und ihren Kunden!»

Die Digitale Transformation erfordert für Unternehmen wesentliche Handlungskompetenzen in folgenden Bereichen:

  • Die Öffnung der Unternehmensgrenzen hin zu durchlässigen und adaptiven Systemen.
  • Das Aufsprengen von Silos hin zu integrierten, automatisierten Prozessen.
  • Einen noch stärkeren Fokus auf den Kunden respektive Endkunden und deren Einbindung in die Produkteentwicklung.
  • Kooperationsbereitschaft und Partnerschaften.

Die Architektur ist ein Thema, welches in den vergangenen Jahren in Bezug auf die Digitale Transformation und deren Einfluss auf die Neugestaltung von Lösungen immer wieder diskutiert wurde und dafür heute noch viel Geld und Ressourcen investiert werden. Die aus diesen Diskussionen entstehenden Initiativen zum Zwecke der Architekturentwicklung kommen jedoch nur beschränkt über das Stadium einer Idee oder eines Konzeptes hinaus, da es zu Beginn mit Kosten verbunden ist. So entfalten erste Ideen in der Organisation und bei Kunden noch keine Breitenwirkung.

«Es ist an der Zeit, den Begriff Architektur in Bezug auf die Digitale Transformation neu zu überdenken. Alzu oft delegieren Unternehmen ihre Defizite und Problemstellung in den unterschiedlichen strategischen, normativen und oprativen Perspektiven der Unternehmensführung an die Architekturentwicklung!»

Dabei vergisst man alzu oft, dass Architektur zweckdienlich sein soll und nicht Kompensation von mangelnde Kommunikations- und Diskussionsbereitschaft ist. Beispielsweise bedeutet der Übergang einer zentralistischen, monolithischen Architektur auf ein logisch verteiltes System von zusammenspielenden Applikationen, dass Daten nicht nur an einem Ort gespeichert werden müssen und Partner-Applikationen in das Sicherheitskonzept integriert werden. Dies verlangt neue Unternehmens-übergreifende Sicherheitskonzepte.

Wenn heute Unternehmen immer noch der Meinung sind, dass ihre Systemgrenzen durch ihre Unternehmensgrenzen definiert sind, kann das Nutzungspotential der Digitalen Transformation nie ausgeschöpft werden. Integration und Orchestration sind der «Leim» zwischen Teilsysteme eines ganzen Systems, d.h. durch diese werden die Systeme fachlich und technisch integriert und prozessual orchestriert. Die Öffnung der Unternehmen bleibt dabei leider nicht selten nur eine technische Öffnung, wenn dabei lediglich bspw. mittels OpenAPI die Durchlässigkeit der Systemgrenzen gewährleistet werden soll. Es ist vielmehr eine kulturelle Öffnung mit neuen Wertevorstellungen. Es ist ein Aufbrechen der Unternehmensgrenzen, angefangen bei der Auflösung von Silos im eigenen Unternehmen und der Weiterführung der Wertschöpfungskette mit gewinnbringenden Partnerschaften.

«Der amerikanische Architekt Louis Sullivan war der erste, der den berühmten Ausdruck „Form follows function“ verwendete. Und diese Worte wurden zu einer grundlegenden Idee des Bauhauses. Es bedeutet so viel, dass ein Designentwurf immer aus Gründen der Funktion des Gegenstands entwickelt werden sollte und nicht aufgrund der Ästhetik. Der Verwendungszweck kam immer an erster Stelle und auf übermäßige Verzierungen wurde verzichtet.»

Im übertragenden Sinn ist das Merkmal „Form follows function“ eines von 5 Merkmalen, welche die Kunst, Architektur und Design des Bauhausstils erkennen lässt und in dieser Art ebenso eine zentrale Bedeutung einer neuen Unternehmensarchitektur sein kann. Einfach, schön, funktional und für alle zugänglich!

Manfred Rötheli

IT-Architektur bedeutet Kosten – aber auch ein Nutzen ist da!

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